IMPULS

428336226_791735529667826_8561213805346165303_n (c) Chr. Simonsen

Das Gedicht von Mario Wirtz ist mir seit langer Zeit eine Einladung, die österliche Bußzeit nicht vorrangig als eine Zeit des Verzichts, sondern vielmehr als eine Zeit des bewussteren Lebens zu gestalten:

In jedem Atemzug sitze ich,

ein dankbarer Reisender,

von Station zu Station,

ich bin unterwegs,

frage nicht nach dem Ziel,

welches Schicksal mir blüht,

träume nicht von Dauer,

feilsche nicht um Aufschub,

bin in Bewegung,

geduldig,

auch in den schnellen Atemzügen,

am Ende der Nacht,

aufgewühlt,

von einem Tag aus der Kindheit,

der noch einmal aufgeht

am gläsernen Himmel,

ich lasse mich treffen

vom Licht,

indem mein verlorener Schatz funkelt,

Aufruhr und Stille,

ich nehme sie an,

alle Zeichen,

auch auf den letzten Atemzug werde ich springen,

gläubig,

ein Reisender,

immer.

Mario Wirtz (1993)

 

 

 

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