Im Februar in der Citykirche

20190704_122929 Kopie 2_klein (c) Christoph Simonsen

Daß der Niederrheiner nix weiß
Aber alles erklären kann

Dat wissen Se ja

Un oft genug weiß er nix Genaues
Un sacht dann einfach:
So ähnlich jedenfalls

Und da uns dat aber zu kurz vorkommt
Hängen wer an das “So ähnlich jedenfalls”
Noch ein “Immerhin” dran

Und um den Satz vollends abzurunden

Sagen wer dann noch ein “Naja” hinterher
Oder “weiß ich auch nich so genau”

Das kommt auch oft daher natürlich

Weil wir Niederrheiner immer ein bissken
Abwesend sind

Nich richtig zuhören

Un dann isset passiert

Dann wissen wer nich weiter

Un stehen höchst verloren inne Gegend herum
Un dann sagen wer meistens einfach nur:
Jedenfalls öh

Mehr nich

Da kommt dann nix mehr

Einfach nur: Jedenfalls öh...

Immerhin

Sach ma nix

Hanns Dieter Hüsch

 

Ja ja, der Niederrheiner und seine geschickte Art, die eigene Unwissenheit mit Selbstbewusstsein überspielen zu können. Sind wir nicht alle ein bisschen Niederrheiner? Zumeist höflich und zugleich ein wenig selbstverliebt? M‘r sin wie m‘r sin. Un dat es jood esu. Ich wünsche uns in dieser beginnenden Vorbereitungszeit auf das Osterfest diese innere Zufriedenheit darüber, nicht mehr sein zu wollen, als wir sind. Denn so, wie wir sind, hat uns Gott erdacht und gemacht. Und allen Bemühungen, anders sein zu wollen, weil wer auch immer das von uns verlangt, sollten wir unsere Gewissheit gegenüberstellen, dass Gott sich was dabei gedacht, Dich und mich und uns in gerade dieser wunderbaren Einmaligkeit geschaffen zu haben. Das ist eine Bescheidenheit, die Gott gefällt, dankbar zu sein für eben diese Einmaligkeit und sich selbst damit auf den Arm nehmen zu können. So wünsche ich Ihnen tolle Tage zu Fastelovend und ruhige Tage in der Fastenzeit.

Ihr Christoph Simonsen

Leiter der Cityseelsorge Mönchengladbach

 

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