Im Juni in der Citykirche

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2024_06_aktuell (c) Chr. Simonsen

Mönchengladbach ist eine einladende und offene Stadt. Sie ist nicht unbedingt schön, gleichwohl es viele schöne kleine Ecken und Winkel bei uns gibt. Aber die Spuren des Krieges sind allüberall noch sichtbar. Erst im vergangenen Jahr haben wir der Zerstörung unserer Citykirche vor 80 Jahren gedacht; und ich erinnere mich vieler sehr persönlicher Gespräche von Gästen unserer Kirche, die im Anblick der Fotografien des zerstörten Gebäudes von ihren traurigen und unvergesslichen Erinnerungen an diese Tage erzählt haben.

 

Was für ein Wunder, dass in der Konsequenz dieser zerstörerischen Kraft des Krieges Schritt für Schritt Freundschaften neu geschlossen und Vertrauen aufgebaut werden konnte. Das Ergebnis zeichnet sich heute nieder in einem geeinten Europa, dessen Parlament in diesem Monat neu gewählt wird. Siebenundzwanzig Länder, die auf diese Weise zusammengewachsen sind zu einem vereinten Europa. Ich möchte diese Verbundenheit nicht missen und um so besorgter schau ich auf Wahlprognosen, die ein Aufblühen rechtsradikaler Kräfte prognostizieren. Der rechtsradikale Anschlag auf ein Wohnheim der Lebenshilfe hier in Mönchengladbach vor wenigen Tagen bereitet mir Angst; die menschenverachtende Botschaft dieses Anschlages, zerstörerisch mittels eines Steines in das Wohnheim geworfen „Euthanasie ist eine Lösung“ zeigt wessen Geistes diese Attentäter sind. Wenn wir „Nie wieder“ nicht nur als Slogan verstehen wollen, dann müssen wir heute in besonderer Weise bekennen: „Wehret den Anfängen“.

 

Die Citykirche ist ein Ort friedlichen Miteinanders für alle Menschen wohlmeinender Gesinnung. Nicht Geschlecht, Religion oder Herkunft ist von Belang, sondern das sehnsüchtige und friedliebende Herz eines Menschen. Wir tragen eine Verantwortung in uns, die wir hier und heute einlösen müssen, damit Menschen ausnahmslos mit Würde und Respekt angesehen werden können. Und wir tragen Verantwortung für eine Gesellschaft, die um ihre Verpflichtungen weiß, an einer guten Zukunft für alle zu arbeiten.

 

In diesem Sinne verstehe ich auch die Schwerpunkte der Veranstaltungen in unserer Citykirche in diesem Monat.

  • Samstag, 08. Juni ab 11h feiert der Eine-Welt-Laden mit anderen gemeinnützigen Gruppierungen unserer Stadt um und in der Citykirche ein Friedensfest.
  • Freitag, 07. Juni eröffnen wir um 18h eine neue Ausstellung mit Skulpturen von Marco Bruckner, überschrieben: „Die Krone der Schöpfung. Die Ausstellung ist bis zum 03. Juli zu sehen. Sie stellt die berechtigte Frage, ob der Mensch wirklich die Krone der Schöpfung ist.
  • Freitag, 21. Juni, 19h ist die Tanzgruppe Leo Gnatzy zu Gast. Unter dem Titel „Zwischen Himmel und Erde“ können wir eine geistliche Choreographie miterleben, die eine Brücke zu schlagen vermag zwischen Himmel und Erde.
  • Herzlich eingeladen sind Sie auch zu der Musik zur Marktzeit Samstags um 12h sowie zu den Gottesdiensten Dienstags um 12h und an den drei ersten Sonntagen jeweils um 20h.

 

Nicht selten bekomme ich die die ernüchternde Einschätzung zugetragen, hilflos zu sein gegenüber einer sich wie von selbst drehenden Spirale der Gewalt, der Ausgrenzung und der Gleichgültigkeit. Aber wir sind nicht hilflos und wir können Zeichen setzen und Spuren des Friedens legen.

Ihr und Euer

Christoph Simonsen

2020_10_Kirchenführer Kopie (c) Chr. Simonsen

Und hier noch der Hinweis auf unseren Kirchenführer, der in besonderer Weise die historische Bedeutung unserer Citykirche in einen Kontext mit der heutigen Nutzung setzt und die einmaligen künstlerischen Werke sowie die liturgischen Elemente geistlich vorstellt und interpretiert. Dieser ist gegen eine Spende gern zu erwerben (Herstellungswert ca 5,00 €). 

 

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