Zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten

20191227_165047 (c) Chr. Simonsen
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Mo 25. Mai 2020
Christoph Simonsen

„Einmal Himmel und zurück“, so las ich am vergangenen Freitag auf der Schleife eines Blumenbouquets bei einer Beerdigung. Nun sagt man gemeinhin, dass da noch keiner zurück gekommen ist von denen, die da oben angekommen sind. Von daher war ich anfangs ein wenig verunsichert, als ich das auf dem Friedhof gelesen habe. Aber je mehr ich darüber nachdachte, um so sympathischer wurde mir der Gedanke. Jesus sagt ja nicht, er fahre in den Himmel auf; er sagt anders: „Ich komme zu dir“ und meint damit seinen Vater. Wer könnte Gott verorten? ‚Bei Gott sein‘, das ist mit dreidimensionalen Vorstellungsmöglichkeiten nicht zu fassen. Und ich frage mich auch, ob man die Nähe-Distanz Frage zu Gott örtlich umschreiben kann. „Gott ist“, mehr vermag kein Mensch zu sagen. Gott ist!

Wenn wir am vergangenen Donnerstag das Fest Christi Himmelfahrt begangen haben und heute weiter aus den Abschiedsreden hören, dann sagt das weniger etwas aus darüber, wo Gott wohnt, vielmehr etwas darüber, wer wir Menschen sind. Wir Menschen sind ‚aus Gott und in Gott‘. Himmel und Erde können nicht mehr aussagen als dass sie ein Bild sind dafür, dass Gott in allem ist, eben auch im Leben und im Sterben.

„Einmal Himmel und zurück“. Ja: in Gott lösen sich die Dimensionen auf; Himmel und Erde, Leben und Sterben lösen sich auf – in Gott. Und da wir Menschen – jetzt und hier - Erdenkinder sind, sollten wir uns auf das Leben hier und jetzt konzentrieren und Gott hier zu begegnen versuchen. Der Himmel, oder besser: alles, was außerhalb unseres irdischen Denkvermögens steht, können wir getrost Gott anvertrauen.

 

Christoph Simonsen