Neues aus der Citykirche

Neues aus der Citykirche

Bürofenster (c) Citykirche
Bürofenster
Datum:
Freitag, 18. September 2026 - Sonntag, 11. Oktober 2026
Ort:
Citykirche Mönchengladbach
Kirchplatz 14
41061 Mönchengladbach

Manchmal bin ich atemlos. In diesen Tagen zum Beispiel, als ich meinen beiden Hunden hinterhergerannt bin, die die Spur einer Hündin aufgenommen hatten und auf kein Kommando mehr hörten. Aus Sorge, sie könnten auf die Straße laufen, bin ich wie ein getriebener hinterher. Natürlich waren die beiden schneller und ich musste einsehen, dass es keinen Sinn macht. Irgendwann hatten die beiden dann ein Einsehen und haben auf mich gewartet. Außer, dass ich außer Atem war, ist nichts passiert. Ich war heilfroh.

Das Leben kann einen in diesen Tagen schon atemlos machen. Mir stockt der Atem hinsichtlich der Sorge, dass menschenverachtendes Gedankengut sich wie selbstverständlich ausbreitet und sich eine Starre wie Mehltau über unser Miteinander legt. Dabei tragen wir doch Werte und Überzeugungen in uns, die uns stark machen können, diesem „UN-SINN“ etwas entgegenzusetzen: Die Überzeugung, dass vor Gott alle gleich sind; die Gewissheit, dass Gott die Verschiedenheit alles Geschaffenen in seinem schöpferischen Ursprung schon angelegt hat; die Geisteskraft, die uns befreit aus einer lähmenden Tatenlosigkeit, hinzunehmen, dass wir zu unbedeutend wären, der Verdrossenheit etwas entgegensetzen zu können. All das darf uns doch Mut machen.

Der Münchener Kardinal Reinhard Marx hat in diesen Tagen daran erinnert, dass wir doch in einer „klassenlosen Gesellschaft“ leben; will sagen, dass wir daran erinnern sollten, dass es vor Gott keine Unterschiede gibt.

Wie ist es möglich, dass Verantwortungsträger unserer Gesellschaft ernsthaft plädieren, Schüler*innen mit einer Beeinträchtigung gesondert zu beschulen anstatt alle Kraft darauf zu verwenden, Menschen zusammenzuführen und Wertschätzung einzuüben, wo es doch genug Ausgrenzung gibt? Wäre es nicht sinnvoller, Pädagog*innen besser vorzubereiten und zu begleiten an und in dieser verantwortungsvollen Aufgabe? Wie ist es möglich, dass ein katholischer amerikanischer Bischof in Gazetten über Transmenschen herzieht, als seien es Unwesen? Wäre es nicht dem christlichen Gedankengut angemessener, sich selbst ein wenig vorurteilsfreier mit der Botschaft der Heiligen Schrift auseinanderzusetzen? Dem können wir kraftvoll etwas entgegensetzen, wenn wir unseren eigenen Werten und Überzeugungen trauen, und für jene, die in einem Glauben verhaftet sind, diesem auch etwas zutrauen.

Neben den regelmäßig stattfindenden Möglichkeiten der Begegnung wie dem Dienstagsgottesdienst um 12h oder dem Gottesdienst um 8 wie auch de Musik zur Marktzeit samstags um 12h; dem Mittagessen für Bedürftige mittwochs mittags und donnerstags zur Kaffeezeit, möchte ich auf einige besondere Möglichkeiten aufmerksam machen, in der Citykirche Verbundenheit zu erfahren.

Freitag, 25.09.2026, 18h eröffnen wir die Ausstellung mit Arbeiten von Elke Maier: „Sichtbar-Unsichtbar – Transzendente Räume“. Elke Maier realisiert seit Jahrzehnten künstlerische Interventionen aus feinem weißem Nähgarn in sakralen Räumen und hat eine eindrucksvolle Reihe besonderer Orte gestaltet. Das Zusammenspiel von Licht und Fäden entfaltet je nach Lichteinfall andere visuelle Wirkungen und ermöglicht eine Erfahrung von Raumlandschaften, die über sich und die Wirklichkeit hinausweisen. Es werden auf auf speziellem Hintergrund aufgezogene Bilder von verschiedenen Installationen aus Kirchen deutschsprachigem Raumes zu sehen sein.

 Sonntag, 04.10.2026, 20h feiern wir eine Wortgottesfeier, verbunden mit der Tiersegnung, wozu alle eingeladen sind mit ihren Haustieren.

 Sonntag 11.10.26 ab 12h sind die Barber Angels wieder Gast in der Citykirche und schneiden Bedürftigen wieder die Haare, stutzen den Bart; auf diese Weise verhelfen sie denen, die am Rande stehen, wieder zu ein wenig Stolz und Schönheit.

Ab dem 17.10.2026 bis zum 20. Oktober 2026 ist die Hindugemeinde zu Gast in der Citykirche. Von morgens um 7h bis 21h leben, beten, essen und feiern sie. Ich freue mich über die vertrauensvolle Zusammenarbeit; darüber, dass wir uns in der Verschiedenheit der Traditionen gewiss sind, uns dem gleichen Auftrag verbunden zu wissen, in einem gelassenen Frieden aufeinander zu hören und voneinander zu lernen.

27.10.2026, 19h ist der Oberst a.D der Bundeswehr W. Richter zu Gast in der Citykirche. Im Blick auf die anfangs angesprochene Atemlosigkeit hält er einen Vortrag zu dem Thema: „Diplomatie vor militärischen Lösungen“.

Ihnen und Euch verbunden

Christoph Simonsen